Bewegung

„Durch gymnastische Uebungen bilden sich zwar athletische Körper aus, aber nur durch das freye und gleichförmige Spiel der Glieder die Schönheit.“ Friedrich Schiller

„Aber was heißt denn ein bloßes Spiel, nachdem wir wissen, daß unter allen Zuständen des Menschen gerade das Spiel und nur das Spiel es ist, was ihn vollständig macht und seine doppelte Natur auf einmal entfaltet?“
Friedrich Schiller

Wir entreißen unsere Kinder frühzeitig dem Spiel, lassen sie ihre seelische Entwicklung nicht wirklich vollenden und spezialisieren sie nach den eingrenzenden Sichtweisen der Erwachsenen. Dadurch schaffen wir genau das Gegenteil unserer so häufig propagierten individuellen Freiheit, denn wir verhindern das Wachstum einer Seele, die Empfindungsfähigkeit und bildhaftes Denken im Menschen noch anlegen möchte. Die Not, die später der Erwachsene erleidet, ist zweifach, er muss nämlich die inhaltliche Leere einer Kultur ertragen und er muss sich unter großen Mühen die Fähigkeiten seines ästhetischen Bewusstseins wieder aneignen. „Schönheit – Idee einer neuen Baukultur“

Wir machen unser Bewusstsein weit und gestalten die gewählte Bewegung mit unserer Vorstellungskraft nach. Wir zentrieren uns gedanklich an einer exakten Stelle und kreieren dazu einfache Bilder. Unsere Gedanken plastizieren spielend und wir bemerken, wie sie ihre Kraft, Ordnung und Leichtigkeit auf den Körper übertragen. Er wird durch unser Bewusstsein zu einem lebendigen, gesunden und schönen Ausdruck geführt. Wir empfinden Freude und gewinnen Erkenntnis als umfassendes Erlebnis.

„Haben wir uns hingegen dem Genuß ächter Schönheit dahin gegeben, so sind wir in einem solchen Augenblick unsrer leidenden und thätigen Kräfte in gleichem Grad Meister, und mit gleicher Leichtigkeit werden wir uns zum Ernst und zum Spiele, zur Ruhe und zur Bewegung, zur Nachgiebigkeit und zum Widerstand, zum abstrakten Denken und zur Anschauung wenden. Diese hohe Gleichmüthigkeit und Freyheit des Geistes, mit Kraft und Rüstigkeit verbunden, ist die Stimmung, in der uns ein ächtes Kunstwerk entlassen soll…“
Friedrich Schiller

Wir erweitern unser Herz mit bildhaften Gedanken über das Lebendige und seine Gestalt. Es ist ein Spiel mit unserer Schöpferkraft, die uns hilft unsere innere Architektur zu verstehen, die wir dann mit dem ganzen Körper leicht und schön zur Vollendung bringen. Schöpferkräfte zeigen sich rhythmisch in der äußeren Erscheinung als Entwicklung und Verwandlung, in Formen und Ornamenten. Sie spielen mit unseren Sinnen, wecken unsere Neugier, schenken uns Freude und inneres Glück.